Geschichte der Graduierung
Der Gründer des traditionellen Shotokan Karate Gichin Funakoshi hat 1926 das Graduierungssystem (Kyudan) vom Judo-Gründer Jigoro Kano übernommen. Prof. Kano war einer der Förderer Funakoshis. Beide Gründer führten ihre Stile zunächst an Universitäten zur Persönlichkeitsbildung junger Menschen ein. Im Judo wurde 1883 durch Kano ein System vom 5. bis 1. Kyu und vom Shodan (1. Dan) bis Judan (10. Dan) eingeführt.

Natürlich wurden auch in den alten Kriegskünsten die Ergebnisse des Trainings überprüft. Es gab verschiedene, einfache Systeme in den Schulen. In Europa findet sich eine ähnliche Dreiteilung im System Lehrling, Geselle, Meister wieder. In Japan könnte man es mit Schüler, Lehrer, Meister beschreiben.

In der Edo-Zeit (1603 bis 1867) wurde dem Lernenden ein Schriftstück übergeben. Das unterste Zertifikat hieß Kirigami (geschnittener Zettel). Desto höher der Grad, desto wertvoller wurde auch das Papier der Schriftrolle. Die nächsten Stufen hießen Mokuroku (System, Katalog) und Menkyo (Erlaubnis, Lizenz).
Andere Schulen verwendeten die Dreiteilung Mokuroku, Menkyo und Kaiden. Hinter Mokuroku verbarg sich das System der Techniken, die der Schüler erlernt hatte. Menkyo bedeutete, dass derjenige unter dem Stilnamen sein Wissen weitergeben durfte. Mit Kaiden wurde bestätigt, dass der Meister ihm alles beigebracht hatte, was er selber wusste. Auch die Geheimlehren. Derjenige war dann oft der Stilerbe, der Nachfolger.

Nach dem Niedergang der Samurai-Kaste, die ab 1877 öffentlich keine Schwerter mehr tragen durfte, gingen einige der Kampfkunst-Traditionen auf die neuen Schutzmächte Japans über. Die Polizei durfte ab 1883 wieder Schwerter tragen. Bereits 1879 hatte die oberste Polizeibehörde für ihre Schwertschulen ein Graduierungssystem vom siebten bis zweiten Kyu festgelegt.

Als 1895 im Auftrag der japanischen Regierung die Vereinigung Dai Nippon Butokukai (Großer Japanischer Verband für Kriegstugenden) gegründet wurde, ging es darum, die noch existierenden japanischen Kampfstile zu kontrollieren, zu standardisieren und bald auch militärischen Einrichtungen zugänglich zu machen. Butokukai gab deshalb offizielle Rangbescheinigungen und Lehrerlizenzen aus. Zunächst wurde ein Graduierungssystem von Shodan (1. Dan) bis Godan (5. Dan) festgelegt, darüber rangierten der Kyoshi (Lehrer, Ausbilder) und der Hanshi (Meister, Vorbild).
Erst ab 1934 gab es unter dem Kyoshi den Ehrentitel Renshi (Geschulte, Gestählte). Gleichzeitig wurden die Dan-Grade auf zehn erhöht. Unterm Shodan wurden der 1. bis 7. Kyu abwärts eingeführt. Die Kyu-Grade wurden seinerzeit von den Meistern der einzelnen Schulen, die Dan-Grade nur von Butokukai vergeben. Bei der gelegentlich mystifizierenden Betrachtung von Dan-Graden sei daran erinnert, dass das Graduierungssystem auch schlicht eine militärische Praxis bediente. Ausbilder waren danach leichter zu besolden.

Die militärische Organisation Butokukai wurde wegen subversiver Tätigkeit nach dem zweiten Weltkrieg aufgelöst. Seither werden Graduierungen von vielerlei Organisationen und Dachverbänden vergeben. Wobei sich das Kyudan-System seither in seiner Grundstruktur weltweit durchgesetzt hat.
Videos zu den Grundübungen bis Grüngurt
unter Einhaltung der Corona-Regeln
Prüfung zum 2.Dan erfolgreich bestanden
Christian Radau, Kampfsportschule Hildesheim
Roland Buchholz 1.Platz
beim " fightsport tournaments "